Was ist eine LLC? Die US-GmbH einfach erklärt
Eine GmbH gibt es in den USA nicht. Am nächsten kommt ihr die LLC: beschränkte Haftung, aber kein Stammkapital und kein Notartermin. Wie sie funktioniert, wo sie sich von der GmbH unterscheidet und welche Rechtsformen das US-Recht sonst kennt, lesen Sie hier.
9 Min. LesezeitWer in den USA gründen will, sucht häufig nach einer US-GmbH. Eine Rechtsform dieses Namens gibt es dort allerdings nicht. Am nächsten kommt der deutschen GmbH die LLC, kurz für Limited Liability Company. Sie bietet die beschränkte Haftung einer Kapitalgesellschaft, braucht aber weder Stammkapital noch Notar und verursacht nur sehr wenig Verwaltungsaufwand.
Dieser Beitrag erklärt, was eine LLC genau ist, wie sie sich von der GmbH unterscheidet, welche Vorteile und Nachteile sie Gründern aus Deutschland bringt und welche weiteren Rechtsformen es in den USA gibt. Danach können Sie einschätzen, ob die LLC zu Ihrem Vorhaben passt. Eines vorweg: Entscheiden Sie sich für eine LLC, übernimmt LLC Place die gesamte Gründung für Sie, von Deutschland aus und ohne Reise in die USA.
Was ist eine LLC?
Die Limited Liability Company ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach dem Recht eines einzelnen US-Bundesstaates. Gegründet wird sie deshalb nie „in den USA“, sondern immer in einem bestimmten Bundesstaat, etwa in New Mexico, Wyoming oder Delaware. Ihre Gesellschafter heißen Members. Hat die LLC nur einen Member, spricht man von einer Single-Member LLC, bei mehreren von einer Multi-Member LLC.
Zwei Dokumente bilden die Grundlage jeder LLC. Die Articles of Organization werden beim Secretary of State des Bundesstaates eingereicht; mit ihrer Annahme entsteht die Gesellschaft. Das Operating Agreement ist der Gesellschaftsvertrag. Es legt fest, wem die LLC gehört, wie Gewinne verteilt werden und wer die Entscheidungen trifft. Anders als die Articles wird es nirgends eingereicht und bleibt ein internes Dokument.
Steuerlich ist die LLC in den USA im Regelfall transparent. Eine Single-Member LLC behandelt der IRS als Disregarded Entity, wörtlich als „unbeachtliche Einheit“: Die Gesellschaft selbst zahlt keine Bundeseinkommensteuer, ihre Gewinne werden unmittelbar dem Eigentümer zugerechnet. Eine Multi-Member LLC wird wie eine Personengesellschaft behandelt. Auf Wunsch lässt sich mit dem Form 8832 auch die Besteuerung als Kapitalgesellschaft wählen.
Ist die LLC die US-GmbH? Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Bei der Haftung liegen LLC und GmbH nah beieinander: In beiden Fällen haftet grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen, Ihr Privatvermögen bleibt geschützt. Bei Gründung, Kapital und Steuern unterscheiden sich die beiden Rechtsformen dagegen deutlich.
| Merkmal | GmbH in Deutschland | LLC in den USA |
|---|---|---|
| Haftung | Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen | Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen |
| Mindestkapital | 25.000 € Stammkapital, bei der UG ab 1 € | Kein Mindestkapital |
| Gründung | Notarielle Beurkundung und Eintragung ins Handelsregister | Online beim Bundesstaat, ohne Notar |
| Dauer bis zum Geschäftsstart | Meist mehrere Wochen | In der Regel ein bis zwei Wochen, einschließlich EIN |
| Besteuerung der Gesellschaft | Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer, zusammen rund 30 % | In den USA steuerlich transparent, Körperschaftsteuer nur auf Antrag |
| Offenlegung | Jahresabschluss im Unternehmensregister | Kein veröffentlichter Jahresabschluss; Eigentümer in Wyoming, New Mexico und Delaware nicht öffentlich eingetragen |
| Laufende Pflichtkosten | IHK-Beitrag und Kosten des Jahresabschlusses | New Mexico 0 $, Wyoming ab 60 $, Delaware 400 $ pro Jahr |
Im Alltag erfüllt die LLC damit tatsächlich die Rolle einer amerikanischen GmbH. Der entscheidende Unterschied liegt in der Besteuerung: Die GmbH ist ein eigenständiges Steuersubjekt, die LLC ist es in den USA in aller Regel nicht. Was das für Sie als Gründer mit Wohnsitz in Deutschland bedeutet, erklären wir weiter unten bei den Nachteilen. Einen ausführlichen Vergleich beider Rechtsformen finden Sie im Beitrag US-LLC oder GmbH.
Die Vorteile einer US-LLC
Der wichtigste Vorteil ist die beschränkte Haftung bei minimalem Aufwand. Sie brauchen kein Stammkapital, keinen Notartermin und keinen Eintrag ins deutsche Handelsregister. Die gesamte Gründung läuft online ab, ohne Visum, ohne Wohnsitz in den USA und ohne Social Security Number.
Ein zweiter Vorteil ist der Zugang zum amerikanischen Finanzsystem. Mit der LLC und ihrer EIN eröffnen Sie ein US-Geschäftskonto, nehmen Zahlungen in Dollar entgegen und nutzen Zahlungsdienste wie Stripe US, die Unternehmen außerhalb der USA oft nur eingeschränkt offenstehen. Wie das konkret abläuft, zeigt der Artikel Stripe-Konto für eine US-LLC eröffnen.
Auch die laufenden Kosten halten sich in Grenzen. New Mexico erhebt nach der Gründung keine jährlichen Gebühren, in Wyoming kostet der Annual Report mindestens 60 $. Zudem nennen beide Bundesstaaten die Eigentümer nicht im öffentlichen Register, was Ihnen ein hohes Maß an Diskretion verschafft. Welcher Bundesstaat zu Ihrem Profil passt, vergleichen wir im Beitrag Bester Bundesstaat für die US-LLC.
Schließlich ist die LLC flexibel. Gewinnverteilung, Stimmrechte und Geschäftsführung regeln Sie im Operating Agreement weitgehend frei, und auch später können Sie weitere Gesellschafter aufnehmen oder die steuerliche Einordnung ändern.
Die Nachteile einer US-LLC
Der häufigste Irrtum lautet, eine US-LLC sei steuerfrei. In den USA zahlt die Single-Member LLC eines Nichtansässigen ohne Geschäftstätigkeit vor Ort zwar in der Regel keine Bundeseinkommensteuer. Wer aber in Deutschland wohnt, versteuert die Gewinne grundsätzlich hier. Wie das Finanzamt die LLC einordnet, klärt der sogenannte Typenvergleich: Geprüft wird, ob sie im Einzelfall eher einer Personengesellschaft oder einer Kapitalgesellschaft entspricht. Wird die LLC tatsächlich von Deutschland aus geleitet, kann sie außerdem selbst in Deutschland steuerpflichtig werden. Lassen Sie Ihre Situation deshalb vor der Gründung von einem Steuerberater prüfen. Die wichtigsten Punkte fasst der Beitrag US-LLC gründen als Deutscher: Wohnsitz und Steuern zusammen.
Außerdem bestehen jährliche Pflichten beim IRS. Gehört eine Single-Member LLC einem Nichtansässigen, reicht sie jedes Jahr bis zum 15. April das Form 5472 zusammen mit einem Pro-forma-Form 1120 ein, auch wenn sie keinen einzigen Dollar umgesetzt hat. Wer die Meldung versäumt, riskiert eine Strafe von 25.000 $. Alles Wichtige dazu steht im Leitfaden zum Form 5472.
Hinzu kommt, dass die LLC in Deutschland weniger bekannt ist als die GmbH. Banken, Geschäftspartner und selbst manche Steuerberater haken nach, und Sie sollten die Struktur Ihrer Gesellschaft erklären können. Wer schließlich Wagniskapital von amerikanischen Fonds einsammeln will, kommt meist nicht an einer C-Corporation in Delaware vorbei, weil Investoren genau diese Rechtsform erwarten.
Rechtsformen in den USA im Überblick
Neben der LLC kennt das US-Recht eine Reihe weiterer Rechtsformen, von denen sich die meisten für Gründer ohne Wohnsitz in den USA kaum eignen. Die folgende Übersicht stellt ihnen die ungefähren deutschen Entsprechungen gegenüber.
| Rechtsform in den USA | Ungefähre deutsche Entsprechung | Haftung | Für Nichtansässige |
|---|---|---|---|
| Sole Proprietorship | Einzelunternehmen | Unbeschränkt | Ohne Präsenz in den USA unpraktisch |
| General Partnership | GbR oder OHG | Unbeschränkt | Selten sinnvoll |
| Limited Partnership (LP) | KG | Unbeschränkt für den General Partner, beschränkt für Limited Partners | Vor allem für Fonds und Sonderfälle |
| LLC | GmbH, funktional betrachtet | Beschränkt | Ja, die übliche Wahl |
| C-Corporation | AG oder GmbH | Beschränkt | Ja, vor allem für Finanzierungsrunden |
| S-Corporation | Keine Entsprechung | Beschränkt | Nein, nur für US-Staatsbürger und in den USA Ansässige |
Die C-Corporation ist die klassische Kapitalgesellschaft. Sie zahlt auf Bundesebene 21 % Körperschaftsteuer, und ausgeschüttete Gewinne werden beim Gesellschafter ein zweites Mal besteuert. Für Start-ups mit Investoren ist sie der Standard, für Freelancer und kleine Onlineunternehmen meist zu schwerfällig. Die S-Corporation kommt für Sie nicht infrage, weil ihre Gesellschafter in den USA steuerlich ansässig sein müssen. Wann sich eine C-Corp dennoch lohnt, lesen Sie im Beitrag LLC oder C-Corp.
Für wen eignet sich eine LLC?
Die LLC passt vor allem zu Selbstständigen und kleinen Teams, die international verkaufen: Freelancern und Agenturen mit Kunden in aller Welt, Onlinehändlern auf Shopify oder Amazon, Entwicklern von Apps und SaaS sowie Coaches und Kursanbietern. Sie alle brauchen eine günstige Struktur, ein US-Geschäftskonto und Zugang zu amerikanischen Zahlungsdiensten. Wie die Abrechnung mit internationalen Kunden funktioniert, zeigt der Artikel US-LLC für Freelancer und Agenturen.
Weniger sinnvoll ist die LLC, wenn Sie fast ausschließlich für deutsche Kunden in Deutschland arbeiten und keinen Bezug zum US-Markt haben. Dann ist eine GmbH oder UG oft die einfachere Lösung. Wie die Gründung aus Deutschland Schritt für Schritt abläuft, beschreibt der Leitfaden US-LLC gründen aus Deutschland.
So gründen Sie Ihre LLC mit LLC Place
Bei LLC Place müssen Sie sich um keinen Gründungsschritt selbst kümmern. Sie wählen online Bundesstaat und Tarif und machen die Angaben zu Ihrer LLC. Alles Weitere erledigen wir, einschließlich sämtlicher Formulare für den Secretary of State und den IRS.
Den Tarif Basic gibt es ab 389 € für das erste Jahr, zuzüglich der Gebühr des Bundesstaates: 50 € in New Mexico, 100 € in Wyoming oder 110 € in Delaware. Enthalten sind die Gründung der LLC, die Articles of Organization, ein Operating Agreement auf Englisch, die Beantragung der EIN, eine US-Geschäftsadresse mit Registered Agent sowie die Begleitung bei der Eröffnung Ihres US-Geschäftskontos mit physischer Debitkarte. Damit haben Sie alles, was Sie für den Start brauchen.
Einzige Ausnahme sind die jährlichen Erklärungen beim IRS, also Form 5472 und Form 1120. Sie lassen sich für 199 € pro Jahr hinzubuchen, mit Betreuung durch einen Steuerexperten für 398 € pro Jahr. In den Tarifen Pro und Founder sind sie bereits enthalten. Was die einzelnen Varianten über mehrere Jahre kosten, rechnen wir im Beitrag Was kostet eine US-LLC 2026? durch.
Häufige Fragen
Gibt es eine GmbH in den USA?
Nein, eine Rechtsform namens GmbH gibt es in den USA nicht. Am nächsten kommt ihr die LLC: Wie die GmbH beschränkt sie die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen, verlangt aber weder Stammkapital noch Notar.
Ist eine US-LLC steuerfrei?
Nicht für Gründer mit Wohnsitz in Deutschland. Eine Single-Member LLC ohne Geschäftstätigkeit in den USA zahlt dort zwar in der Regel keine Bundeseinkommensteuer, ihre Gewinne werden aber in Deutschland versteuert. Wie genau, hängt vom Typenvergleich und Ihrer persönlichen Situation ab.
Was bedeutet Disregarded Entity?
So bezeichnet der IRS eine Single-Member LLC, die nicht als Kapitalgesellschaft besteuert wird. Sie zahlt selbst keine Bundeseinkommensteuer, ihre Einkünfte werden dem Eigentümer zugerechnet. Gehört die LLC einem Nichtansässigen, muss sie trotzdem jedes Jahr Form 5472 und Form 1120 einreichen.
Brauche ich für eine LLC Stammkapital?
Nein. Anders als bei der GmbH schreibt kein Bundesstaat ein Mindestkapital vor. Sie können die LLC ohne Einlage gründen und das Geschäftskonto später mit dem Betrag ausstatten, den Ihr Geschäft tatsächlich braucht.
Kann ich als Deutscher eine LLC gründen?
Ja. Sie brauchen dafür weder ein Visum noch einen Wohnsitz in den USA noch eine Social Security Number. Mit LLC Place läuft die Gründung vollständig online, und die EIN beantragen wir gleich mit.
Verwandte Leitfäden
US-LLC aus einem anderen Land gründen: Deutschland, Österreich, Schweiz
